Franckesche Stiftungen
Internationale Georg-Wilhelm-Steller-Gesellschaft e.V.

Literatur

Andrei Bronnikov: Species Evanescens

Der in den Niederlanden lebende russische Schriftsteller Andrei Bronnikov hat einen Band mit Gedichten über Georg Wilhelm Steller verfasst und publiziert.

ISBN: 978-90-79625-024
zu bestellen u.a. bei Amazon


The Journal of Midship Chaplin

Im Jahr 1725 wurde der dänische Kapitän in russischen Diensten Vitus Bering vom Zaren Peter I. beauftragt, die Frage zu klären, ob im Nordpazifik zwischen Rußland und Amerika eine Landverbindung besteht. Während der 1. Kamtschatkaexpedition von 1725 bis 1730 reiste eine relativ kleine Gruppe von vorwiegend Seeleuten von Sankt Petersburg nach Kamtschatka und segelte mit einem dort gebauten Schiff durch die später nach Bering benannte Seestraße nach Norden. In der Folge dieser Expedition wurde u. a. zur Klärung offengebliebener Fragen von 1733 bis 1743 wieder unter der Gesamtleitung von Vitus Bering die wesentlich umfangreichere 2. Kamtschatkaexpedition organisiert.

Von der 1. Kamtschatkaexpedition sind nur relativ wenige Dokumente erhalten geblieben, noch weniger wurden bisher publiziert. Dies führte bis in die heutige Zeit zu vielen wissenschaftlichen Kontroversen über die Ziele und Ergebnisse der Expedition.

Erstmalig wurde jetzt ein wichtiges Dokument dieser Expedition, das Logbuch von Peter Tschaplin, in englischer Übersetzung ("The Journal of Midshipman Chaplin - A record of Bering's First Kamchatka Expedition", Aarhus University Press, 2010, 320 Seiten, ISBN 978 87 7934 314 6) von einem Autorenkollektiv publiziert, dem auch das Mitglied unserer Gesellschaft Prof. Dr. Peter Ulf Moeller angehört.

Das Logbuch enthält für den Zeitraum von der Abreise bis zur Zurückkehr nach Sankt Petersburg eine Fülle von Informationen zu Sibirien und Kamtschatka einschließlich von naturhistorischen und ethnographischen Beobachtungen und ist mit zahlreichen Karten, Abbildungen und Kommentaren versehen.


Die "Edition Sibirica" der Franckeschen Stiftungen zu Halle

Die Reihe "Sibirica" ist dem vom halleschen Pietismus geprägten Arzt und Naturforschers Georg Wilhelm Steller (1709-1746) gewidmet, der an der naturkundlichen Erforschung Sibiriens und Alaskas in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wesentlichen Anteil hatte.

Quellen zur Geschichte Sibiriens und Alaskas aus Russischen Archiven
hrsg. von Wieland Hintzsche im Auftrag der Franckeschen Stiftungen zu Halle und des Archivs der Russischen Akademie der Wissenschaften St. Petersburg:

  • Band I
    Georg Wilhelm Steller - Briefe und Dokumente 1740
    Bearb. von Wieland Hintzsche, Thomas Nickol und Olga V. Novochatko. Halle 2000. 387 S., 43,50 Euro
    ISBN 3-930195-61-5 (fliegenkopf verlag)
  • Band II
    Georg Wilhelm Steller / Stepan Kraseninnikov / Johann Eberhard Fischer: Reisetagebücher 1735 bis 1743
    Bearb. von Wieland Hintzsche unter Mitarbeit von Thomas Nickol, Olga V. Novochatko und Dietmar Schulze. Halle 2000. 535 S., 50, 15 Euro
    ISBN 3-930195-64-X (fliegenkopf verlag)
  • Band III
    Georg Wilhelm Steller - Briefe und Dokumente 1739
    Bearb. von Wieland Hintzsche unter Mitarbeit von Thomas Nickol, Olga V. Novochatko und Dietmar Schulze. Halle 2001. 535 S., 50,00 Euro
    ISBN 3-930195-67-4 (fliegenkopf verlag)
  • Band IV,2
    Dokumente zur 2. Kamcatkaexpedition 1730-1733 - Akademiegruppe
    Bearb. von Wieland Hintzsche in Zusammenarbeit mit Natasha Ochotina Lind und Peter Ulf Moller unter Mitarbeit von Heike Heklau, Kristina Küntzel und Bert Meister.
    Halle 2004. LVIII, 960 S., 59,00 Euro
    ISBN 3-931479-63-3
  • Band V
    Dokumente zur 2. Kamcatkaexpedition Januar-Juni 1734 - Akademiegruppe
    Bearbeitet von Wieland Hintzsche unter Mitarbeit von Heike Heklau, Kristina Küntzel und Olga V. Novochatko. Halle 2006. XLVI, 485 Seiten, 1 Karte, 49,00 Euro
    ISBN 978-3-931479-87-9
  • Band VI
    Vtoraia Kamchatskaia ekspeditsiia. Dokumenty 1734-1736. Morskie otriady: Sbornik dokumentov / Sost. N. Okhotina-Lind, P. Ulf Meller, Sankt Petersburg 2009, 933 S., ab 26 EUR
    ISBN: 978-59818-7315-7
  • Band VII
    Georg Wilhelm Steller / Johann Eberhard Fischer: Reisetagebücher 1738 bis 1745
    Bearb. von Wieland Hintzsche unter Mitarbeit von Heike Heklau. Halle 2009. 601 S., 1 Karte, 54,00 Euro
    ISBN 978-3-939922-12-4
  • Band VIII,1
    Gerhard Friedrich Müller: Beschreibung Sibirischer Völker
    herausgegeben von Alexandr Chr. Elert und Wieland Hintzsche, Moskau 2009, 456 S., ab 434 Rub.
    ISBN: 978-5-88451-258-0
  • Terra incognita Sibirien.
    Die Anfänge der wissenschaftlichen Erforschung Sibiriens unter Mitwirkung deutscher Wissenschaftler im 18. Jahrhundert. Eine Ausstellung der Franckeschen Stiftungen zu Halle in Zusammenarbeit mit dem Archiv der Russischen Akademie der Wissenschaften St. Petersburg. Konzeption und Ausführung Heike Heklau, Wieland Hintzsche und Peneolpe Willard unter Mitarbeit von Thomas Nickol und Dietmar Schulze. Halle 1999. 52 S. 154 Abb. (deutsch/ russisch; deutsch/ englisch). 5,00 Euro
  • Monumenta Sibiriae. Quellen zur Geschichte Sibiriens und Alaskas aus russischen Archiven. Hrsg. von Wieland Hintzsche und Thomas Nickol. Gotha 1996. 68 S. (deutsch und englisch). 22,50 Euro
    ISBN 3-623-00480-4
  • Monumenta Sibiricae - Eine Auswahl der zum Teil verloren geglaubten originalen Kartenmaterialien und Zeichnungen der 2.Kamcatkaexpedition wird in dieser Kartenmappe erstmals publiziert. Die Originale stammen aus dem Archiv der Akademie der Wissenschaften St. Petersburg und dem Staatlichen Russischen Marinearchiv St. Petersburg und der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.

Bestellungen:
Verlag der Franckeschen Stiftungen
E-Mail: verlag@francke-halle.de
Tel. 0345/ 212 74 99,
Fax 0345/ 2 1274 33
Postweg: Franckesche Stiftungen zu Halle, Franckeplatz 1, Haus 37
06110 Halle


Stelleriana w Rossii

Prof. Eduard I. Kolchinsky unter Mitarbeit von Dmitri A. Gogolev, Otto Ottowitsch Koch und W.W. Rykowa haben in 2009 die "Stelleriana w Rossii", 78 S., veröffentlicht.

Die ISBN-Nummer ist 978-5-98187-391-1.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an das Institut für Geschichte der Naturwissenschaften und Technik der Russischen Akademie der Wissenschaften, Sankt Petersburg.


Dittmar Dahlmann, Sibirien - Vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Prof. Dahlmann, einer der besten Kenner der Geschichte Sibiriens erzählt in seinem fesselnden neuen Buch die dramatische Geschichte von über 400 Jahren.

Einer der besten Kenner der Geschichte Sibiriens erzählt in seinem fesselnden neuen Buch die dramatische Geschichte von über 400 Jahren. Sie beginnt mit den Kosaken Jermaks, die im Dienste russischer Kaufleute als Speerspitze der Eroberung in die unbekannten Weiten jenseits des Urals vorstießen, und setzt sich über die Kolonisierung, Erforschung und Erschließung des vielgestaltigen Landes fort bis zur Gegenwart, in der Sibirien immer größeres Interesse auf sich zieht.

Sibirien. Das Wort ruft zahlreiche Assoziationen hervor: unberührte , wilde Natur und ungeheure Weite - achteinhalb Tage braucht die Transsibirische Eisenbahn für die 9.298 Kilometer von Moskau bis Wladiwostok. Gleichzeitig verbinden sich mit Sibirien bedrückende Gedanken an Verbannung, Straflager und Zwangsarbeit - nicht ohne Grund ist Sibirien als »das größte Gefängnis« der Welt bezeichnet worden.

Riesig ist auch der Reichtum Sibiriens an Bodenschätzen, vor allem an Erdöl, Erdgas, Steinkohle, Gold und Diamanten. Bevor sie Sibirien zur Schatzkammer des Russischen Reiches und seiner Nachfolgestaaten machten, erwies sich ein anderer Schatz der Natur als Magnet von höchster Anziehungskraft: der Reichtum an Pelztieren. Er war einer der mächtigsten Anreize für die Eroberung Sibiriens durch die Russen. Sie begann im späten 16. Jahrhundert in der Regierungszeit Ivans IV.

Seit dem ersten Vordringen gehörten der zivilisatorische Anspruch, die behauptete Überlegenheit der Russen zu den Gründen für die Rechtfertigung der Eroberung. Sibirien galt schon bald nicht mehr als Kolonie, sondern als genuiner Bestandteil des Reiches. Zu den Opfern der Kolonisierung gehörten vor allem die Ureinwohner Sibiriens, die zahlenmäßig zu schwach waren und aus zu vielen unterschiedlichen Völkerschaften bestanden, um sich erfolgreich zur Wehr setzen zu können.

Dieses Spannungsverhältnis zwischen russischer Eroberung und den Lebensbedingungen und Überlebensstrategien der indigenen Bevölkerung ist ein zentrales Thema des Buches. Ein weiteres großes Thema ist die industrielle Erschließung und Ausbeutung des Landes, die in der sowjetischen Zeit ohne jede Rücksicht auf Mensch und Natur bis zum Extrem forciert wurde, ein Raubbau, der in seiner bis heute fortwirkenden Gigantomanie eine beeindruckende und reiche natürliche Umwelt an den Rand der völligen Zerstörung getrieben hat. Das bedrohte Naturwunder des Baikalsees ist nur ein Beispiel dafür.

Das Buch ist im Verlag Ferdinand Schöningh erschienen:
ISBN 978-3-506-71361-2
Preis 39,90 EUR


Georg Wilhelm Steller: Beschreibung von dem Lande Kamtschatka

Reise von Kamtschatka nach Amerika. Ausführliche Beschreibung von sonderbaren Meerthieren.

Unveränderter Nachdruck der Ausgaben der 1774 in Frankfurt, 1793 in St. Petersburg u. 1753 in Halle erstmals ersch. Werke. - Stuttgart: Brockhaus, 1974

Georg Wilhelm Stellers "Beschreibung von dem Lande Kamtschatka" liegt jetzt auch in digitalisierter Form vor.

Weiterführende Literatur:

  • Hintzsche, Wieland (Hrsg.); Nickol, Thomas (Hrsg.): Die Große Nordische Expedition: Georg Wilhelm Steller (1709-1746) - ein Lutheraner erforscht Sibirien und Alaska. Gotha: Perthes, 1996
  • Stejneger, Leonhard: Georg Wilhelm Steller: The pioneer of Alaskan natural history. Cambridge, MA: Harvard UP, 1936
  • Steller, Georg Wilhelm: Beschreibung von dem Lande Kamtschatka .... . Frankfurt a. M.: Johann Georg Fleischer, 1774

Ann Arnold: Sea Cows, Shamans, and Scurvy -
Alaska´s First Naturalist: Georg Wilhelm Steller

Von der amerikanischen Zeichnerin und Autorin Ann Arnold ist ihre künstlerische Umsetzung des Lebensweges von Georg Wilhelm Steller erschienen. Das Buch ist im Buchhandel unter der ISBN-13: 978-0-374-39947-4 oder ISBN-10: 0-374-39947-6 bestellbar; derzeit aber nur in der englischen Originalausgabe erhältlich.

Amazon oder macmillan (engl.)


Ullrich Wannhoff: Der weite Weg nach Fernost
Spurensuche auf Kamtschatka

Vom Berliner Künstler, Maler und Grafiker Ullrich Wannhoff ist ein Buch über seine Reisen nach Kamtschatka erschienen. Das Buch ist im Buchhandel unter der ISBN-13: 978-3938916100 oder ISBN-10: 3938916109 bestellbar.

Fernost nennen die Russen alles, was hinter Sibirien liegt. Ullrich Wannhoff bereist seit vielen Jahren die Halbinsel Kamtschatka im ostasiatischen Teil Russlands.
Seine Geschichten erzählen von der Öffnung Kamtschatkas im Jahre 1991 und schildern sein vorsichtiges und abenteuerliches Abtasten dieser großen Halbinsel. Die vielen Begegnungen mit den verschiedenen Völkern, den Indianern Russlands, besonders mit dem Volk der Korjaken, erlauben Wannhoff einen Einblick in das sesshafte und nomadische Leben in Fernost. Trotz schwieriger Existenzbedingungen trifft er auf eine ansteckende Heiterkeit und Lebenskraft.
Wannhoff folgte nicht nurden Spuren der Entdecker des 18. und 19. Jahrhunderts sondern forschte ergänzend in Archiven, Bibliotheken, Antiquariaten und Magazinen der Museen; dabei gewann er neue Erkenntnisse und neue Freunde.
Es geht ihm nicht um das vordergründige geographische Abhaken, sondern darum, sich längere Zeit mit einer Region allumfassend zu beschäftigen, sich auf die Natur und ihre Menschen einzulassen. Ein Prozess, der für Wannhoff bis heute nicht abgeschlossen ist.

Über den Autor
Der Künstler, Maler und Grafiker, Ullrich Wannhoff, geboren 1952 in Aue, war in der DDR 18 Jahre Heizer und arbeitete als Maschinist in einer Umformerstation an der TU Dresden. Diese Nische erlaubte ihm ein Fernhalten von damaligen gesellschaftlichen und sozialistischen Tätigkeiten, bis einer der Dozenten auf ihn aufmerksam wurde und ihm das Angebot unterbreitete, künstlerischer Leiter an der TU-Dresden zu werden. Diese Tätigkeit währte aber nur drei Jahre (1981-1984) bis man ihm den Zirkel verbot. Er unternimmt seit 1991 bis heute Langzeitreisen in arktischen Regionen Amerikas und Russlands. Die gesammelten Erfahrungen finden in zahlreichen Gemälden, Zeichnungen, Collagen und Fotografien ihren Niederschlag. Wannhoff lebt heute in Berlin.

Ullrich Wannhoff empfiehlt folgende Titel:

  • Wilk, Mariusz: Schwarzes Eis : mein Rußland. Aus dem Poln. von Martin Pollack. Wien : Zsolnay, 20033-552-05284-4*Gb. : ca. EUR 21.50
  • Wilk, Mariusz: Das Haus am Onegasee. 19.90 EUR

Der Pole Mariusz Wilk liebt Russland, lebt seit zwölf Jahren dort und ist auf der Suche nach dem archaischen Leben. Ihn interessieren ganz besonders die finnuougrischen Völker.


W.G. Sebald, Nach der Natur: Ein Elementargedicht (Taschenbuch)

Der berühmte Meister des Isenheimer Altars Matthias Grünewald, der Naturforscher Georg Wilhelm Steller von der Beringschen Alaska-Expedition und der Autor W.G. Sebald selbst - was steckt dahinter, wenn Sebald diese unterschiedlichen Männer aus so weit auseinanderliegenden Jahrhunderten in einem »Elementargekeit von Natur und Gesellschaft, die unweigerlich eine »lautlose Katastrophe« heraufbeschwört: die Naturzerstörung, welche längst im Gange ist. Dem hellsichtigen, fortschrittskritischen Beobachter beschert sie ein einsames, gedrücktes Dasein sowie die Utopie einer Natur, die den Menschen letztlich besiegen wird, um den Elementen, Pflanzen und Tieren wieder eine Existenz in Schönheit und Frieden zu ermöglichen. Sebald hat mit seinem der Natur, im weiteren Wortsinn aber auch allem Wesentlichen zugewandten »Elementargedicht« gleichsam ein Triptychon geschaffen: ein hochpoetisches Sprachkunstwerk, das mit den Lebensläufen dreier Männer vertraut macht, die den Konflikt zwischen Mensch und Natur auf jeweils eigene Weise schmerzlich empfunden haben. (Wikipedia)

Das Taschenbuch ist erhältlich für 6,95 EUR unter der ISBN-Nr. 3-596.12055-1.
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"Die Schildkröte Pia Maria" von James Krüss

Der helgoländer Autor James Krüss (1926 - 1997) schrieb mehrere Natur- und Kindergedichte, u.a. das im Hamburger Pixi-Verlag in der Pixi-Reihe 126 erschienene, das auch die (Steller´sche) Seekuh beschreibt:

Die Schildkröte Pia Maria

Die Schildkröte Pia Maria,
die lebt seit vergangenem Mai
am Strande von Santa Lucia,
beschäftigt mit Feinstickerei.

Auf sieben geschliffenen Kieseln
hockt Pia und häkelt und strickt.
Sie lässt sich vom Regen berieseln
und schwitzt, wenn die Hitze sie drückt.

Sie strickt mit den vorderen Pfötchen,
doch oft mit den hinteren auch.
Sie schlingt mit dem Schwanze die Knötchen
und bügelt famos mit dem Bauch.

Sie häkelt entzückende Deckchen
aus feinstem australischem Garn.
Sie strickt für die Maultiere Söckchen
aus Kokosnussfaser und Farn.

Erst kürzlich hat Sophie, die Alte,
die Seekuh für schrecklich viel Geld
ein Seekleid mit Gürtel und Falte
bei Pia Maria bestellt.

Da holte sich Pia vom Meere
ein Bündelchen Seegras ans Land
und nähte mit Nadel und Schere
ein herrliches Seekuh-Gewand.

Mit Pfeffer und andren Gewürzen
bestickte Frau Pia das Kleid,
begann dann, die Falte zu schürzen,
und machte den Gürtel sehr weit.

Die Seekuh verging vor Entzücken.
Sie drehte und spreizte sich sehr.
Bewundert von staunenden Blicken,
entschwand sie laut schnaufend ins Meer.

Sie wiegte sich stolz in den Hüften
(soweit eine Seekuh das kann)
und schwamm dann, umgeben von Düften,
zum Walross hinab, ihrem Mann.

Seitdem kommen alle Insassen
des Meeres zu Pia an Land,
und Pia, die näht nun in Massen
das herrliche Seekuh-Gewand.

Am Strande von Santa Lucia
da näht sie und müht sich gar sehr.
Wahrscheinlich wird Pia Maria
durchs Nähen demnächst Millionär.

© 2012  www.steller-gesellschaft.de   Halle (Saale)

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