Literatur

 

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Zwei Rezensionen; Oktober 2015

  • Funk, Dmitry A., Moscow State University (Moscow, Russia) und Tomsk State University (Tomsk, Russia) 2014 A Unique Source on the History of Siberia and Alaska. Review of a series “Quellen zur Geschichte Sibiriens und Alaskas aus russischen Archiven“, Halle, 2000-2010 / “Istochniki po istorii Sibiri i Aliaski iz rossiiskikh arkhivov”, Moscow; St.-Petersburg, 1999-2013. Sibirische historische Forschungen 2014(3): 142-148. (pdf-Datei)
  • Knüppel, Michael (Kassel) Müller, Gerhard Friedrich: Ethnographische Schriften I. Bearbeitet von Wieland Hintzsche und Aleksandr Christianovic Elert unter Mitarbeit von Heike Heklau. Orientalistische Literaturzeitung 2014; 109(2): 168-171 (pdf-Datei)

Before Boas — The Genesis of Ethnography and Ethnology in the German Enlightenment | Han F. Vermeulen

before_boas The history of anthropology has been written from multiple viewpoints, often from perspectives of gender, nationality, theory, or politics. Before Boas delves deeper into issues concerning anthropology’s academic origins to present a groundbreaking study that reveals how ethnology and ethnography originated during the eighteenth rather than the nineteenth century, developing parallel to anthropology, or the “natural history of man.” Han F. Vermeulen explores primary and secondary sources from Russia, Germany, Austria, the United States, the Netherlands, Hungary, the Czech Republic, Slovakia, France, and Great Britain in tracing how “ethnography” was begun as field research by German-speaking historians and naturalists in Siberia (Russia) during the 1730s and 1740s, was generalized as “ethnology” by scholars in Göttingen (Germany) and Vienna (Austria) during the 1770s and 1780s, and was subsequently adopted by researchers in other countries. Before Boas argues that anthropology and ethnology were separate sciences during the Age of Reason, studying racial and ethnic diversity, respectively. Ethnography and ethnology focused not on “other” cultures but on all peoples of all eras. Following G. W. Leibniz, researchers in these fields categorized peoples primarily according to their languages. Franz Boas professionalized the holistic study of anthropology from the 1880s into the twentieth century. Han F. Vermeulen is a research associate at the Max Planck Institute for Social Anthropology in Halle/S.
(» see also here)

Wer war Franz Boas: Wikipedia english, Wikipedia deutsch

“This important book introduces the scholarship that underlies the development of modern ethnography and ethnology, especially that of Franz Boas. With exhaustive research Han Vermeulen demonstrates the significance of the German Enlightenment, the ethnolinguistics of Leibniz, and the ethnography of those inspired by Leibniz who undertook scientific descriptions of the peoples of Siberia.” — Herbert S. Lewis, author of »In Defense of Anthropology: An Investigation of the Critique of Anthropology«

Introduction (Leseprobe)

Before Boas: The Genesis of Ethnography and Ethnology in the German Enlightenment. Lincoln and London, NE: University of Nebraska Press, 2015. xxvi + 720 pp. ISBN 978-0-8032-5542-5. 10 images, 6 maps, 12 tables. Price: $75.00, £52.00, €53,95.

Previews on Google Books:
https://books.google.de/books?id=nHfaCQAAQBAJ&hl=en

Book Launch / Buchvorstellung im Rahmen der 21. Deutsch-Russischen Begegnungen zu Halle (Saale), am 24. September 2015.


Die Entdeckung Alaskas mit Kapitän Bering: Von Sibirien nach Amerika 1741-1742

Georg Wilhelm Steller; Herausgeber: Volker Matthies

Russland im 18.Jahrhundert: nach seiner Öffnung zum Westen unter Zar Peter dem Großen suchte es nun das “Fenster zum Osten”; Sibirien war zu erschließen, die Beziehungen zu Japan und Amerika auszubauen. Und nun stellte sich die Frage, deren Antwort schon längst vergessen war: Gibt es eine Landbrücke zwischen Asien und Amerika? Erst die zweite Expedition unter Kapitän Bering brachte den Durchbruch, den Erfolg – aber unter welchen Mühen, mit welchen Opfern…

  • Verlag: Edition Erdmann; 1. Auflage 2013, 2. Auflage 2015
  • ISBN-10: 3865398537
  • ISBN-13: 978-3865398536

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Marcus Köhler: “Völker-Beschreibung” | Die ethnographische Methodik Georg Wilhelm Stellers (1709-1746) im Kontext der Herausbildung der “russischen” etnografija

Das petrinische Russland des 18. Jh. beginnt den Aufbruch in die europäische Moderne mit umfangreichen Versuchen zu imperialer Welterschließung und Raumüberwachung. Der Historiker Marcus Köhler untersucht anhand der Herausbildung der Ethnographie (etnografija) die besondere Rolle von Wissenschaft in diesem Prozess. Am Beispiel der ethnographischen Forschungen des deutschen Gelehrten Georg Wilhelm Steller (1709-1746) auf der Halbinsel Kamtschatka (Sibirien) verdeutlicht er die Bedeutung der neu entstehenden “Menschen-Erfassungstechnik” für die Strukturierung einer immer deutlicher empfundenen “neuen Unübersichtlichkeit” (J. Habermas). Mit der Erweiterung der historischen Perspektive um die Systemtheorie Niklas Luhmanns regt der Autor die spannende Interpretation der frühen Akademieexpedition zum Zwecke einer “Komplexitätsreduktion” an, welche das “geographische Ungeheuerwerden der Welt” (P. Sloterdijk) zugleich bewältigt und befördert: Sich ausdifferenzierende Wissenschaft als Programm imperialer Ansprüche! Eine Lektüre besonders für Historiker der Osteuropäischen und Wissenschaftsgeschichte, Ethnologen, Soziologen sowie alle an der Geschichte Russlands / Sibiriens Interessierten.

  • Verlag: VDM Verlag Dr. Müller; Auflage: 1. Auflage (23. Oktober 2013)
  • ISBN-10: 3639024273
  • ISBN-13: 978-3639024272

Zu erwerben beim Buchhändler Ihres Vertrauens / Informationen auch bei Amazon.


Georg Wilhelm Steller: Beschreibung von dem Lande Kamtschatka

Reise von Kamtschatka nach Amerika. Ausführliche Beschreibung von sonderbaren Meerthieren.

Unveränderter Nachdruck der Ausgaben der 1774 in Frankfurt, 1793 in St. Petersburg u. 1753 in Halle erstmals ersch. Werke. – Stuttgart: Brockhaus, 1974

Georg Wilhelm Stellers “Beschreibung von dem Lande Kamtschatka” liegt auch in digitalisierter Form vor.
(siehe Kulturstiftung Sibirien)

Weiterführende Literatur:

  • Hintzsche, Wieland (Hrsg.); Nickol, Thomas (Hrsg.): Die Große Nordische Expedition: Georg Wilhelm Steller (1709-1746) – ein Lutheraner erforscht Sibirien und Alaska. Gotha: Perthes, 1996
  • Stejneger, Leonhard: Georg Wilhelm Steller: The pioneer of Alaskan natural history. Cambridge, MA: Harvard UP, 1936
  • Steller, Georg Wilhelm: Beschreibung von dem Lande Kamtschatka …. . Frankfurt a. M.: Johann Georg Fleischer, 1774

Andrei Bronnikov: Species Evanescens

Der in den Niederlanden lebende russische Schriftsteller Andrei Bronnikov hat einen Band mit Gedichten über Georg Wilhelm Steller verfasst und publiziert.

ISBN: 978-90-79625-024
zu bestellen u.a. bei Amazon


The Journal of Midship Chaplin

Im Jahr 1725 wurde der dänische Kapitän in russischen Diensten Vitus Bering vom Zaren Peter I. beauftragt, die Frage zu klären, ob im Nordpazifik zwischen Rußland und Amerika eine Landverbindung besteht. Während der 1. Kamtschatkaexpedition von 1725 bis 1730 reiste eine relativ kleine Gruppe von vorwiegend Seeleuten von Sankt Petersburg nach Kamtschatka und segelte mit einem dort gebauten Schiff durch die später nach Bering benannte Seestraße nach Norden. In der Folge dieser Expedition wurde u. a. zur Klärung offengebliebener Fragen von 1733 bis 1743 wieder unter der Gesamtleitung von Vitus Bering die wesentlich umfangreichere 2. Kamtschatkaexpedition organisiert.

Von der 1. Kamtschatkaexpedition sind nur relativ wenige Dokumente erhalten geblieben, noch weniger wurden bisher publiziert. Dies führte bis in die heutige Zeit zu vielen wissenschaftlichen Kontroversen über die Ziele und Ergebnisse der Expedition.

Erstmalig wurde jetzt ein wichtiges Dokument dieser Expedition, das Logbuch von Peter Tschaplin, in englischer Übersetzung (“The Journal of Midshipman Chaplin – A record of Bering’s First Kamchatka Expedition”, Aarhus University Press, 2010, 320 Seiten, ISBN 978 87 7934 314 6) von einem Autorenkollektiv publiziert, dem auch das Mitglied unserer Gesellschaft Prof. Dr. Peter Ulf Moeller angehört.

Das Logbuch enthält für den Zeitraum von der Abreise bis zur Zurückkehr nach Sankt Petersburg eine Fülle von Informationen zu Sibirien und Kamtschatka einschließlich von naturhistorischen und ethnographischen Beobachtungen und ist mit zahlreichen Karten, Abbildungen und Kommentaren versehen.


Publikationen zur Geschichte Rußlands und Sibiriens aus den Franckeschen Stiftungen zu Halle

QUELLEN ZUR GESCHICHTE SIBIRIENS UND ALASKAS AUS RUSSISCHEN ARCHIVEN herausgegeben von Wieland Hintzsche im Auftrag der Franckeschen Stiftungen zu Halle und des Archivs der Russischen Akademie der Wissenschaften, Zweigstelle Sankt Petersburg.

Band I
Georg Wilhelm Steller – Briefe und Dokumente 1740
bearb. von W. Hintzsche, T. Nickol und O. V. Novochatko. Halle: Verlag der Franckeschen Stiftungen Halle, 2000, XXXVI, 387 S., 447- ISBN 978-3-06308-1

Band II
Georg Wilhelm Steller / Stepan Krašeninnikov / Johann Eberhard Fischer
Reisetagebücher 1735 bis 1743
bearb. von W. Hintzsche unter Mitarbeit von T. Nickol, O. V. Novochatko und D. Schulze. Halle: Verlag der Franckeschen Stiftungen, 2000, XXIX, 627 S., 1 Karte, ISBN 978-3-447-06309-8

Band III
Georg Wilhelm Steller – Briefe und Dokumente 1739
bearb. von W. Hintzsche unter Mitarbeit von T. Nickol, O. V. Novochatko und D. Schulze. Halle: Verlag der Franckeschen Stiftungen, 2001, XLII, 535 S., 1 Karte, ISBN 978-3-447-06310-4

Band IV,2
Dokumente zur 2. Kamcatkaexpedition 1730 – 1733 – Akademiegruppe
bearb. von W. Hintzsche in Zusammenarbeit mit N. Ochotina Lind u. P. U. Møller; unter Mitarbeit von H. Heklau, K. Küntzel und B. Meister. Halle: Verlag der Franckeschen Stiftungen, 2004, LVIII, 960 S., 2 Karten, ISBN 978-3-447-06311-1

Band V
Dokumente zur 2. Kamcatkaexpedition Januar – Juni 1734 – Akademiegruppe
bearb. von W. Hintzsche unter Mitarbeit von H. Heklau, K. Küntzel, B. Meister und O. V. Novochatko. Halle: Verlag der Franckeschen Stiftungen, 2006, XLVIII, 485 S., 1 Karte, ISBN 978-3-447-06312-8

Band VII
Georg Wilhelm Steller · Johann Eberhard Fischer – Reisetagebücher 1738 bis 1745
bearb. von W. Hintzsche unter Mitarbeit von H. Heklau. Halle: Verlag der Franckeschen Stiftungen, 2009, XLI, 601 S., 1 Karte, ISBN 978-3-447-06313-5

Band VIII
Gerhard Friedrich Müller – Ethnologische Schriften I
bearb. von W. Hintzsche und A. Ch. Elert unter Mitarbeit von H. Heklau. Halle: Verlag der Franckeschen Stiftungen, 2010, LXXII, 817 S., 1 Karte, ISBN 978-3-447-06402-6

Russische Ausgabe (zu beziehen nur über den Buchhandel)

Band I
Georg Vil’gelm Šteller – Pis’ma i dokumenty 1740
bearb. von W. Hintzsche, T. Nickol und O. V. Novochatko. Moskau : Pamjatniki istoriceskoj mysli, 1998, 430 S., ISBN 5-88451-064-0

Band IV, 1
Vtoraja Kamcatskaja Ekspedicija – Dokumenty 1730-1733
Cast’ 1 – Morskie Otrjady
bearb. von N. Ochotina-Lind und P. U. Møller. Moskau : Pamjatniki istoriceskoj mysli, 1998, 640 S., 14 Abb., ISBN 5-88451-102-7

Band VI
Vtoraja Kamcatskaja Ekspedicija – Dokumenty 1734-1736
Morskie Otrjady
bearb. von N. Ochotina-Lind und P. U. Møller. Sankt Petersburg : Nestor Istorija, 2009, 933 S., 30 Abb., ISBN 978-59818-7315-7

Band VIII
Gerard Fridrich Miller – Opisanie sibirskich narodov
bearb. von A. Ch. Elert und W. Hintzsche. Moskau : Pamjatniki Istoriceskoj mysli, 2009, 453 S., 17 Abb., ISBN 978-5-88451-258-0

Band IX
Vtoraja Kamcatskaja Ekspedicija – Dokumenty 1737-1738
Morskie Otrjady
bearb. von N. Ochotina-Lind und P. U. Møller. Sankt Petersburg : Nestor Istorija, 2013, 942 S., ISBN 978-5-4469-0077-0

Die Große Nordische Expedition
Georg Wilhelm Steller (1709-1746)
Ein Lutheraner erforscht Sibirien und Alaska
herausgegeben von W. Hintzsche und T. Nickol. Gotha: Justus Perthes Verlag, 1996, XII, 360 S., 400 farb. Abb., ISBN 3-623-00300-X; vergriffen
Der reich illustrierte Katalog zur Ausstellung von 1996 enthält neben Erstveröffentlichungen von Manuskripten, Zeichnungen, Druckgraphiken und Landkarten Beiträge von über dreißig Autoren zur Geschichte der Entdeckung und Erforschung Sibiriens und Alaskas.

Monumenta Sibiriae
herausgegeben von W. Hintzsche und T. Nickol. Gotha: Justus Perthes Verlag, 1996, Kartenmappe mit 19 farbigen Reproduktionen und Erläuterungsheft (68 S., deutsch und englisch), ISBN 3-623-00480-4
Karten, Stadtansichten und Stadtpläne von Sibirien aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts

Terra incognita Sibirien
Halle: Verlag der Franckeschen Stiftungen, 1999, 52 S., 154 Abb. (russisch/deutsch; englisch/deutsch)
Katalog der gleichnamigen Wanderausstellung zur Geschichte der Erforschung Sibiriens vom 18. Jahrhundert bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts

Die Erforschung Sibiriens im 18. Jahrhundert. Beiträge der Deutsch-Russischen Begegnungen in den Franckeschen Stiftungen
herausgegeben von W. Hintzsche und J.O. Habeck. Halle: Verlag der Franckeschen Stiftungen, 2012, IX, 179 S., 24 Abb., ISBN 978-3-969922-28-5


Стеллериана в России

Prof. Eduard I. Kolchinsky unter Mitarbeit von Dmitri A. Gogolev, Otto Ottowitsch Koch und W.W. Rykowa haben in 2009 die “Stelleriana w Rossii”, 78 S., veröffentlicht.

Die ISBN-Nummer ist 978-5-98187-391-1.


Dittmar Dahlmann, Sibirien – Vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Prof. Dahlmann, einer der besten Kenner der Geschichte Sibiriens erzählt in seinem fesselnden neuen Buch die dramatische Geschichte von über 400 Jahren.

Einer der besten Kenner der Geschichte Sibiriens erzählt in seinem fesselnden neuen Buch die dramatische Geschichte von über 400 Jahren. Sie beginnt mit den Kosaken Jermaks, die im Dienste russischer Kaufleute als Speerspitze der Eroberung in die unbekannten Weiten jenseits des Urals vorstießen, und setzt sich über die Kolonisierung, Erforschung und Erschließung des vielgestaltigen Landes fort bis zur Gegenwart, in der Sibirien immer größeres Interesse auf sich zieht.

Sibirien. Das Wort ruft zahlreiche Assoziationen hervor: unberührte , wilde Natur und ungeheure Weite – achteinhalb Tage braucht die Transsibirische Eisenbahn für die 9.298 Kilometer von Moskau bis Wladiwostok. Gleichzeitig verbinden sich mit Sibirien bedrückende Gedanken an Verbannung, Straflager und Zwangsarbeit – nicht ohne Grund ist Sibirien als »das größte Gefängnis« der Welt bezeichnet worden.

Riesig ist auch der Reichtum Sibiriens an Bodenschätzen, vor allem an Erdöl, Erdgas, Steinkohle, Gold und Diamanten. Bevor sie Sibirien zur Schatzkammer des Russischen Reiches und seiner Nachfolgestaaten machten, erwies sich ein anderer Schatz der Natur als Magnet von höchster Anziehungskraft: der Reichtum an Pelztieren. Er war einer der mächtigsten Anreize für die Eroberung Sibiriens durch die Russen. Sie begann im späten 16. Jahrhundert in der Regierungszeit Ivans IV.

Seit dem ersten Vordringen gehörten der zivilisatorische Anspruch, die behauptete Überlegenheit der Russen zu den Gründen für die Rechtfertigung der Eroberung. Sibirien galt schon bald nicht mehr als Kolonie, sondern als genuiner Bestandteil des Reiches. Zu den Opfern der Kolonisierung gehörten vor allem die Ureinwohner Sibiriens, die zahlenmäßig zu schwach waren und aus zu vielen unterschiedlichen Völkerschaften bestanden, um sich erfolgreich zur Wehr setzen zu können.

Dieses Spannungsverhältnis zwischen russischer Eroberung und den Lebensbedingungen und Überlebensstrategien der indigenen Bevölkerung ist ein zentrales Thema des Buches. Ein weiteres großes Thema ist die industrielle Erschließung und Ausbeutung des Landes, die in der sowjetischen Zeit ohne jede Rücksicht auf Mensch und Natur bis zum Extrem forciert wurde, ein Raubbau, der in seiner bis heute fortwirkenden Gigantomanie eine beeindruckende und reiche natürliche Umwelt an den Rand der völligen Zerstörung getrieben hat. Das bedrohte Naturwunder des Baikalsees ist nur ein Beispiel dafür.

Das Buch ist im Verlag Ferdinand Schöningh erschienen:
ISBN 978-3-506-71361-2


Ann Arnold: Sea Cows, Shamans, and Scurvy –
Alaska´s First Naturalist: Georg Wilhelm Steller

Von der amerikanischen Zeichnerin und Autorin Ann Arnold ist ihre künstlerische Umsetzung des Lebensweges von Georg Wilhelm Steller erschienen. Das Buch ist im Buchhandel unter der ISBN-13: 978-0-374-39947-4 oder ISBN-10: 0-374-39947-6 bestellbar; derzeit aber nur in der englischen Originalausgabe erhältlich.

Amazon oder macmillan (engl.)


Ullrich Wannhoff: Der weite Weg nach Fernost
Spurensuche auf Kamtschatka

Vom Berliner Künstler, Maler und Grafiker Ullrich Wannhoff ist ein Buch über seine Reisen nach Kamtschatka erschienen. Das Buch ist im Buchhandel unter der ISBN-13: 978-3938916100 oder ISBN-10: 3938916109 bestellbar.

Fernost nennen die Russen alles, was hinter Sibirien liegt. Ullrich Wannhoff bereist seit vielen Jahren die Halbinsel Kamtschatka im ostasiatischen Teil Russlands.
Seine Geschichten erzählen von der Öffnung Kamtschatkas im Jahre 1991 und schildern sein vorsichtiges und abenteuerliches Abtasten dieser großen Halbinsel. Die vielen Begegnungen mit den verschiedenen Völkern, den Indianern Russlands, besonders mit dem Volk der Korjaken, erlauben Wannhoff einen Einblick in das sesshafte und nomadische Leben in Fernost. Trotz schwieriger Existenzbedingungen trifft er auf eine ansteckende Heiterkeit und Lebenskraft.
Wannhoff folgte nicht nurden Spuren der Entdecker des 18. und 19. Jahrhunderts sondern forschte ergänzend in Archiven, Bibliotheken, Antiquariaten und Magazinen der Museen; dabei gewann er neue Erkenntnisse und neue Freunde.
Es geht ihm nicht um das vordergründige geographische Abhaken, sondern darum, sich längere Zeit mit einer Region allumfassend zu beschäftigen, sich auf die Natur und ihre Menschen einzulassen. Ein Prozess, der für Wannhoff bis heute nicht abgeschlossen ist.

Über den Autor
Der Künstler, Maler und Grafiker, Ullrich Wannhoff, geboren 1952 in Aue, war in der DDR 18 Jahre Heizer und arbeitete als Maschinist in einer Umformerstation an der TU Dresden. Diese Nische erlaubte ihm ein Fernhalten von damaligen gesellschaftlichen und sozialistischen Tätigkeiten, bis einer der Dozenten auf ihn aufmerksam wurde und ihm das Angebot unterbreitete, künstlerischer Leiter an der TU-Dresden zu werden. Diese Tätigkeit währte aber nur drei Jahre (1981-1984) bis man ihm den Zirkel verbot. Er unternimmt seit 1991 bis heute Langzeitreisen in arktischen Regionen Amerikas und Russlands. Die gesammelten Erfahrungen finden in zahlreichen Gemälden, Zeichnungen, Collagen und Fotografien ihren Niederschlag. Wannhoff lebt heute in Berlin.

Ullrich Wannhoff empfiehlt folgende Titel:

  • Wilk, Mariusz: Schwarzes Eis : mein Rußland. Aus dem Poln. von Martin Pollack. Wien : Zsolnay, 20033-552-05284-4*Gb. : ca. EUR 21.50
  • Wilk, Mariusz: Das Haus am Onegasee. 19.90 EUR

Der Pole Mariusz Wilk liebt Russland, lebt seit zwölf Jahren dort und ist auf der Suche nach dem archaischen Leben. Ihn interessieren ganz besonders die finnuougrischen Völker.


W.G. Sebald, Nach der Natur: Ein Elementargedicht (Taschenbuch)

Der berühmte Meister des Isenheimer Altars Matthias Grünewald, der Naturforscher Georg Wilhelm Steller von der Beringschen Alaska-Expedition und der Autor W.G. Sebald selbst – was steckt dahinter, wenn Sebald diese unterschiedlichen Männer aus so weit auseinanderliegenden Jahrhunderten in einem Elementargedicht von Natur und Gesellschaft, die unweigerlich eine »lautlose Katastrophe« heraufbeschwört: die Naturzerstörung, welche längst im Gange ist. Dem hellsichtigen, fortschrittskritischen Beobachter beschert sie ein einsames, gedrücktes Dasein sowie die Utopie einer Natur, die den Menschen letztlich besiegen wird, um den Elementen, Pflanzen und Tieren wieder eine Existenz in Schönheit und Frieden zu ermöglichen. Sebald hat mit seinem der Natur, im weiteren Wortsinn aber auch allem Wesentlichen zugewandten »Elementargedicht« gleichsam ein Triptychon geschaffen: ein hochpoetisches Sprachkunstwerk, das mit den Lebensläufen dreier Männer vertraut macht, die den Konflikt zwischen Mensch und Natur auf jeweils eigene Weise schmerzlich empfunden haben. (Wikipedia)

Das Taschenbuch ist erhältlich für 6,95 EUR unter der ISBN-Nr. 3-596.12055-1.
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“Die Schildkröte Pia Maria” von James Krüss

Der helgoländer Autor James Krüss (1926 – 1997) schrieb mehrere Natur- und Kindergedichte, u.a. das im Hamburger Pixi-Verlag in der Pixi-Reihe 126 erschienene, das auch die (Steller´sche) Seekuh beschreibt:

Die Schildkröte Pia Maria

Die Schildkröte Pia Maria,
die lebt seit vergangenem Mai
am Strande von Santa Lucia,
beschäftigt mit Feinstickerei.

Auf sieben geschliffenen Kieseln
hockt Pia und häkelt und strickt.
Sie lässt sich vom Regen berieseln
und schwitzt, wenn die Hitze sie drückt.

Sie strickt mit den vorderen Pfötchen,
doch oft mit den hinteren auch.
Sie schlingt mit dem Schwanze die Knötchen
und bügelt famos mit dem Bauch.

Sie häkelt entzückende Deckchen
aus feinstem australischem Garn.
Sie strickt für die Maultiere Söckchen
aus Kokosnussfaser und Farn.

Erst kürzlich hat Sophie, die Alte,
die Seekuh für schrecklich viel Geld
ein Seekleid mit Gürtel und Falte
bei Pia Maria bestellt.

Da holte sich Pia vom Meere
ein Bündelchen Seegras ans Land
und nähte mit Nadel und Schere
ein herrliches Seekuh-Gewand.

Mit Pfeffer und andren Gewürzen
bestickte Frau Pia das Kleid,
begann dann, die Falte zu schürzen,
und machte den Gürtel sehr weit.

Die Seekuh verging vor Entzücken.
Sie drehte und spreizte sich sehr.
Bewundert von staunenden Blicken,
entschwand sie laut schnaufend ins Meer.

Sie wiegte sich stolz in den Hüften
(soweit eine Seekuh das kann)
und schwamm dann, umgeben von Düften,
zum Walross hinab, ihrem Mann.

Seitdem kommen alle Insassen
des Meeres zu Pia an Land,
und Pia, die näht nun in Massen
das herrliche Seekuh-Gewand.

Am Strande von Santa Lucia
da näht sie und müht sich gar sehr.
Wahrscheinlich wird Pia Maria
durchs Nähen demnächst Millionär.